Was wäre, wenn…

Erschöpfung

Was wäre, wenn…

  • du eine schwere Krankheit hättest und nicht weißt, ob Du diese überlebst?
  • deine Kinder in der Schule Probleme mit ihren Mitschülern hätten und mit dem Leistungsanspruch nicht mitkommen?
  • du hilflos zusehen musst, wie die funkelnden Augen deiner Kinder verblassen?
  • dein Eigenheim und die daraus resultierenden Verpflichtungen dich einfach nur belasten?
  • Dinge, Sachen und Gegenstände dir die Luft zum atmen nehmen?
  • du einem Job nachgehst, der dich nicht glücklich macht, um Geld zu verdienen, für Dinge, die Du nicht brauchst
  • dir die Geschwindigkeit der digitalen Zeit mit E-Mails & Co. keine Verschnaufpause gönnt?
  • du merkst, dass dein Leben nicht selbstbestimmt verläuft und du nur noch reagieren kannst?
  • dir klar wird und du auf dein Leben zurückblickst, dass Du nicht gelebt hast?

Was wäre, wenn du die Entscheidung triffst, dass du das alles nicht mehr willst?

Hört sich nach Untergangsstimmung an. Ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil. Veränderungen bedeuten die Komfort-Zone zu verlassen, den Status quo in Frage zu stellen und zu hinterfragen. Was willst Du wirklich in deinem Leben? Was ist dir wirklich wichtig? Wer ist dir wirklich wichtig?

Veränderungen bedeuten den Status quo in Frage zu stellen

Wir haben eine Entscheidung getroffen. Im Januar 2020 (nach den Halbjahreszeugnissen) möchten wir aufbrechen und als Familie ein Jahr durch Europa reisen, dabei Land, Leute und Kultur kennenlernen. Wir müssen Luft holen, Kraft tanken – wir alle sind müde.

Die Hürden sind riesig und im Vorfeld sind viele Fragen zu beantworten. Niklas hat im Sommer 2019 die Orientierungsstufe abgeschlossen und Alina wechselt in die 6. Klasse der Orientierungszeit. Zwei wichtige Jahre auf dem Weg zum Abitur. Natürlich wäre die Grundschulzeit einfacher für alle Beteiligten, aber da war noch alles anders. Alles!

Generell gilt in Deutschland die Schulpflicht und dabei gibt es so gut wie keine Ausnahmen. Andere Länder sind uns da mal wieder weit voraus. Konzepte wie Homeschooling sind bei uns gänzlich unbekannt. Doch glücklicherweise verliefen die ersten Gespräche mit der Schulleitung positiv und sie unterstützen grundsätzlich unser Vorhaben. Ich denke, zuletzt ist die Unterstützung auch dem transparenten Umgang mit der Gesamtsituation geschuldet. Da beide Kinder in therapeutischer Behandlung sind, bekommen wir die erforderlichen Gutachten zur Unterstützung unseres Schulbefreiungsantrages mit Leichtigkeit. Die finale Entscheidung trifft das Schulministerium. Davon hängt im Grunde alles ab. Sagt das Ministerium „Nein“, bliebe nur noch eine komplette Abmeldung aus Deutschland.

Die finale Entscheidung trifft das Schulministerium

Noch liegt die Entscheidung der Schule nicht vor. Wir gehen jedoch fest davon aus und versuchen die vielen anderen Fragen zu beantworten. Wie wollen wir unterwegs sein? Couchsurfing, Wohnmobil, Wohnwagen, Hotels oder Jugendherbergen? Von welchem Geld leben wir in dieser Zeit? Kann ich nebenbei von unterwegs arbeiten? Was ist mit den schulischen Inhalten während der Zeit? Behalten wir unser Haus? Vermieten, verkaufen oder leer stehen lassen? Kommen wir überhaupt 24/7 miteinander aus, wenn wir so dicht zusammen sind und keiner von uns einen Rückzugsort hat? Was ist, wenn einer krank wird oder Johanna’s Zustand sich verschlechtert? Wenn wir eine Frage beantwortet haben, ergeben sich kurioserweise 10 neue Fragen. Verrückt.

Was ist, wenn einer krank wird oder Johanna’s Zustand sich verschlechtert?

Gesetzt ist bis jetzt, dass wir uns (nochmals) einen Wohnwagen anschaffen. Vor zwei Jahren hatten wir bereits einen, den wir aufgrund verschwiegener Mängel wieder an den Händler zurückgegeben haben. Dieses Mal wissen wir, worauf wir zu achten haben. 😉 Ich hätte ja lieber ein Wohnmobil, am liebsten vollintegriert, aber die sind einfach zu teuer – selbst gebraucht. Einen großen Vorteil hat der Wohnwagen im Vergleich zum Wohnmobil. Wenn ein City-Trip ansteht, sind wir mit einem kleinen Zugfahrzeug deutlich flexibler unterwegs als mit einem 8-Meter langen Wohnwagen.

Für den Moment heißt es jetzt aber erst einmal, die Chemo zu Ende zu bringen. Danach sollen noch täglich 6-8 Wochen Bestrahlungen erfolgen. Aber was wäre, wenn der Krebs dann besiegt ist…?

6 Kommentare bei „Was wäre, wenn…“

  1. Dann, und nicht nur dann, werdet Ihr ins Grüne fahren und Euer kleines zweites fahrendes Zuhause genießen…..

    1. Alexander Bänfer sagt: Antworten

      Lieber Albrecht,
      du bringst es auf den Punkt. So oder so. 😊

  2. Lieber Alexander, wir wünschen euch so sehr, dass eure sehnlichsten Wünsche in Erfüllung gehen und dass ihr bald sagen könnt: „Johanna ist gesund!“
    Liebe Grüße und viele positive Gedanken senden Euch Ursula und Georg

    1. Alexander Bänfer sagt: Antworten

      Hallo Ihr Beiden,
      vielen Dank. Wir sind sehr positiv gestimmt, dass alles gut wird und wir nicht nur den Plan der Auszeit umsetzen können sondern noch viele andere Dinge. 🙂
      Herzliche Grüße an Euch Beide.
      Alex

  3. Marianne Migge sagt: Antworten

    Visionen….
    liebe Familie Bänfer, wir waren schon auf dem „ Platz“ sehr erfreut, wie das Gespräch zwischen uns war. Jetzt wo ich sie hier entdeckt habe, weiss ich was es war, ein Gefühl von gemeinsamer Erfahrung und die Bereitschaft offen und ehrlich zu sein. Wir freuen uns sehr, Ihnen begegnet zu sein und hoffen, dass wir beitragen können, die Wünsche und Visionen , die Sie haben immer einen Schritt näher zu kommen….. wir sind gerne eine Stufe in Ihrer „ Räuberleiter“.
    Wir sehen uns Freitag!
    Guten Nacht
    Ihre M.M

    1. Alexander Bänfer sagt: Antworten

      Vielen Dank für den freundlichen Kommentar.😊

Schreibe einen Kommentar